Lesealltag – Der Nachmittag im Café

Lesealltag

Heute machen wir mal ein kleines Special, denn wer geht nicht gerne nach dem Shoppen oder auch einfach so in ein Café und stöbert ein wenig in seinen neuen Schätzen? Wie immer ist diese Meinung in beide Richtungen sehr überspitzt und sollte nicht zu ernst genommen werden. Hier kommt ihr zum  idealen Lesemittag und zum idealen Lesemorgen .

IMG_20171025_102211Das Ideal:
Ein Café ist quasi der Inbegriff der wunderbaren Atmosphäre. Sanfte Musik im Hintergrund, der Geruch von Kaffee, heißer Schokolade und leckerem Gebäck. Man tritt ein und fühlt sich wie zu Hause. Wir lassen uns an einem der Tische nieder, am besten an unserem Lieblingstisch in der Ecke, damit wir ungestört sind und gleichzeitig die Leute beobachten können. Dann bestellen wir unser Lieblingsheißgetränk ( in meinem Fall gibt es ganzjährig Pumpkin Spice Latte) und machen es uns an unserem Tisch gemütlich. Am besten mit neu gekauften Büchern und einem Notizbuch für die späteren Rezensionen. Das W-lan ist natürlich kostenlos und auch stabil, sodass wir indes ein wenig durch andere Bücherblogs stöbern können und neue Bücher auf die Wunschliste packen können. Nebenbei versinkt man in seinem guten Buch und kommt irgendwann ins Gespräch mit ähnlich Interessierten, die uns freundlich ansprechen. Es ist beinahe magisch. Genauso, wie wir uns das immer erträumt haben. Vielleicht lernen Ungebundene so sogar ihre große Liebe kennen oder haben sie so kennengelernt. Am Ende, wenn wir unser Buch ausgelesen haben (schließlich schafft man das an einem Nachmittag im Café), schlürfen wir den letzten Tropfen unseres Getränkes und gehen zufrieden nach hause mit dem Wunsch, morgen sofort wiederzukommen.

Die Realität:
Wir betreten das sowieso schon viel zu volle Café. Statt nach Kaffee, riecht es bestenfalls nach nichts, meistens aber ist die Luft stickig und vielleicht sogar etwas muffig, weil alle vor dem Regen von draußen hier rein fliehen. Die Musik dröhnt uns viel zu laut entgegen, während wir den schalen, viel zu teuren Kaffee bestellen. Wir blicken uns um. Die Chance auf einen Stammplatz haben wir schon lange aufgegeben, denn es ist immer brechend voll. Also setzen wir uns an einen dieser Bartische, bei denen kleine Menschen sich den Hals brechen, wenn sie darauf wollen, große Menschen eigentlich gleich stehen bleiben könnten, dünne Menschen schnell Schmerzen im Popo vom harten Stuhl bekommen und Fülligere immer wieder runterutschen, weil der Stuhl so verdammt klein ist.
Wie loggen uns ins immerhin kostenfreie W-Lan ein, doch alleine die Suchmaschine braucht ewig zum Laden. Kein Wunder, unser Tischnachbar guckt ein Video ohne Kopfhörer, die Mädchen in der Ecke recherchieren für ihre Hausaufgaben und die Frau in der Ecke führt ein Videochat in viel zu hoher Lautstärke.
Wir nippen an dem schalen Kaffee und holen unser Buch heraus, aber man kommt durch die Lautstärke einfach nicht zum Lesen. Statt gedämpften Unterhaltungen lenkt dich ein schreiendes Baby ab, die Mädels, die ihre Hausaufgaben fertig haben, stoßen beim Gehen an deinen Stuhl und eigentlich willst du nur noch nach Hause. Zu dem beobachtet dich dieser Videotyp mit unangenehmen Blicken, schaut dabei beinahe abfällig auf dein Buch. Du packst es wieder ein, trinkst den mittlerweile kalten Kaffee in einem Zug aus, und verlässt das Café mit dem Wunsch nach deinem Sofa und klebrigen Händen von den dreckigen Tischen.

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Lesealltag – Der Mittag

Nachdem ich nun vor einiger Zeit den perfekten, idealen Lesemorgen *klick* beschrieben habe, geht es nun weiter mit dem perfekten Lesemittag (bis Nachmittag).

Lesealltag

 

Das Ideal:
Nachdem wir uns am morgen voller Eifer in unsere Bücher gestürzt haben, knurrt uns irgendwann ganz schön der Magen. Am besten ist es, wir haben einen netten Partner / Mitbewohner / Ehemann(-frau/-hund-/katze/topfpflanze), die sich um uns kümmert und unsere leeren Bäuche mit einem leckeren Mittagessen verwöhnt. Ganz unaufgefordert und am besten etwas, was unsere Bücher oder mobilen Lesegräte nicht beschmutzt, während wir weiterlesen und gleichzeitig essen. Da dass nun mal nicht so einfach ist, kann man alternativ auch gefüttert werden oder man steigt kurzzeitig auf das Medium Film um, um sich eine tolle Buchverfilmung anzusehen. Oder man nutzt die Zeit für etwas soziale Interaktion und unterhält sich mit dem netten Partner / Mitbewohner / Ehemann(-frau/-hund-/katze/topfpflanze/wasauchimmer) über die gerade gelesenen Bücher.
Nach dem Mittagessen verschwindet das Geschirr wie von Zauberhand und wir können uns wieder an unseren Lieblingsleseplatz setzen, um wieder in ferne Welten abzutauchen. Dabei merken wir gar nicht, wie die Zeit vergeht, während wir zur Nachmittagszeit mit krümelfreien Keksen, schmierfreier Schokolade und nicht tropfenden Getränken versorgt werden.

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Die Realität:
Um ehrlich zu sein, versuchen wir doch nur das doofe Mittagstief an unserem Arbeitsplatz zu überwinden und statt in der Mittagspause etwas aus dem tausendseitigen Schinken zu lesen, den wir mit uns herumtragen, rennen wir kurz zur Pommesbude nebenan und schlingen die fettigen Kartoffelstäbchen oder die fade Currywurst runter, ehe wir uns durch den Nachmittag mit nerviger Radiomusik schlagen und Kollegen die Sachen sagen wie: “ Wer liest den schon Harry Potter, das ist doch nur was für Kinder!“ oder „Oh, diese ganzen Sexbücher momentan, kein Wunder, dass die Jugend von heute so ist, wie sie ist!“. Und während wir sehnsüchtig auf den Feierabend warten, vergessen wir das Buch in unserer Tasche oder das Ebook auf unserem EReader.

Lesealltag – Der Morgen

Jeder kennt ihn wohl irgendwie. Zumindest aus seinen Träumen: den perfekten Lesealltag, so wie man ihn sich vorstellt und gerne hätte. Doch die Realität spielt da leider ihre ganz eigene Rolle. Deswegen folgt nun eine kleine Reihe zum Thema „Lesealltag“

Lesealltag

Der Morgen des perfekten Lesealltags:
Der Wecker klingelt oder im besten Fall wird man wach gekitzelt von den warmen Sonnenstrahlen und dem Vogelgezwitscher, das durch das Fenster fällt. Genüsslich streckt man sich aus und natürlich geht der erste Griff zum Buch, um ein paar Seiten ganz gemütlich vor dem Aufstehen zu lesen. zum wach werden, versteht sich.
Wenn man dann endlich aufsteht, schließlich ist das Buch ja sehr spannend, macht sich sein liebstes Getränk für den Morgen, ein gesundes, instagra-taugliches Frühstück und setzt sich bei schönem Wetter raus auf den Balkon, um weiterzulesen, während man sein Frühstück genießt. Klingt super oder?
Und da wir hier von dem perfekten Lesealltag reden, müssen wir selbstverständlich nicht großartig vor die Tür oder zur Arbeit. Wir ziehen uns etwas Bequemes an, mit dem man auch dem Postboten unter die Augen treten kann (der natürlich neue Bücher vorbei bringt) und widmen uns dann vielleicht ein oder zwei Rezensionen vor dem Mittag.

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Die Realität:
Die bittere Realität sieht dann leider ganz anders aus. Der Wecker reißt uns aus dem Schlaf, wir drücken viel zu oft die Schlummertaste und hetzen schließlich ins Bad, um uns noch halbwegs passabel für die Arbeit gestalten zu können. Das gemütliche Frühstück fällt flach, mit einer Tasse Kaffee to go und einer trockenen Scheibe Brot geht es dann zu Arbeit, auf dem wir sicherlich nicht zum Lesen kommen, denn entweder ist es in der Bahn zu laut, im Bus zu voll und im Auto sowieso zu gefährlich zu lesen. Und wer zu Fuß Luft hat wahrscheinlich das Pech, dass es regnet und wer will schon seine Bücher nass werden lassen? Und so sitzen wir meist pünktlich (oder weniger püntklich) an unserem Arbeitsplatz und werden nicht zum Lesen kommen bis die Mittagspause beginnt.

Bücher für den Herbst/Winter

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Quelle: pixabay.com

Wenn es langsam immer kälter draußen wird, verändert sich auch ein wenig mein Leseverhalten. Ich beginne, das Lesen richtig zu zelebrieren, in dem ich mir Tee, Kakao oder Kaffee mache, mir etwas zu naschen dazu lege und mich dann mit gemütlichen Sachen wahlweise aufs Sofa oder aufs Bett kuschel. Natürlich dürfen dann auch die passenden, flauschigen Socken nicht fehlen und ein paar Kerzen. Das ist für mich eines der schönsten Dinge an den kälteren Jahreszeiten. Wenn es dann draußen noch stürmt und der Regen auf mein Dachfenster prasselt oder es schneit und ich ab und zu rausgucken kann und sehe, wie die Welt in friedlichem Weiß versinkt, dann ist es perfekt.

Zu dieser Jahreszeit lese ich dann auch gerne Bücher, die etwas dicker oder schwerer sind. Im Sommer greife ich selten zu Hardcoverbüchern und Bücher mit mehr als 600 Seiten sind dann selten. Diese sind speziell für Herbst und Winter reserviert.

Als Beispiel dienen mir heute drei Bücher. Eines davon habe ich im letzten Winter ein zweites Mal gelesen, eines angefangen und das letzte hab ich mir für diesen Winter vorgenommen:

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Das Lied von Feuer und Eis – Die Herren von Winterfell
Dieses Buch habe ich letzten Winter zum zweiten Mal gelesen. Die Fanatsy-Saga sollte ja mittlerweile jeder kennen (zumindest die Serie). Dadurch das ständig die Erzählposition n diesem Buch von einer Person zur nächsten springt und es ja doch eher ein dicker Schinken ist, ist es etwas schwerer. Es ist kein leichtes New Adult Buch, das man mal eben zwischen Tür und Angel liest. Nein, man möchte sich Zeit nehmen, um nach Winterfell zu reisen und in die Welt von Jon, Sansa, Tyrion (usw.) einzutauchen. Sollte ich diesen Winter genug Zeit haben, werde ich mir den zweiten Band erneut vornehmen und daraus vielleicht eine kleine Tradition machen.

Outlander
Outlander – zu meiner Schande muss ich gestehen, dass Outlander einer meiner SUB-Leichen ist. Nicht, weil ich es nicht mag, im Gegenteil, ich liebe die Geschichte und Claire und Jamie, aber es ist ein Buch, was für gewöhnlich nicht in mein übliches Genre passt. Und dann auch noch ein verdammt dickes Buch. Für diesen Winter habe ich mir vorgenommen, weiter zu lesen und parallel die Serie zu schauen. Darauf freue ich mich schon sehr.

Opal – Schattenglanz
Diese Reihe von Jennifer L. Armentrout hat mich letztes Jahr in ihren Bann gezogen und wärmt immer wieder mein Herz. Nur lese ich im Sommer eigentlich fast nie Hardcover, weswegen Band 3 auch noch nicht angerührt wurde (bis zum Foto war es sogar noch eingeschweißt). Das wird sich jetzt ändern und ich freue mich schon, wenn mich die Geschichte ein wenig von innen wärmt, denn sie ist wirklich was fürs Herz und passt perfekt zu Keksen und Tee.

Was lest ihr so im Winter oder im Herbst (für den bin ich eigentlich recht spät dran)? Unterscheiden sich da eure Lesegewohnheiten?